Vortrag: Die prähistorischen Salzbergwerke von Hallstatt und ihre Ökonomie

Vortragende:

Mag. Kerstin Kowarik / Mag. Hans Reschreiter, Naturhistorisches Museum Wien

Der Eintritt ist frei.

 

Seit der mittleren Bronzezeit (1500 v. Chr.) ist in Hallstatt die bergmännische Gewinnung von Steinsalz belegt. Bis in römische Zeit wird mit wenigen Unterbrechungen abgebaut.

Durch die konservierende Wirkung des Salzes ist der gesamte Betriebsabfall dieser prähistorischen Bergbaue erhalten.

All das, was die Bergleute im Bergwerk zurückließen, blieb im so genannten Heidengebirge erhalten. Durch diese Funde (abertausend niedergebrannte Leuchtspäne, gebrochene Pickelstile und anderes unbrauchbar gewordenes Gerät, Kleidungsbestandteile (Fell- und Ledermützen, Textilien, Leder- oder Hautschuhe), Tragsäcke aus Rinderhaut, Schnüre und Seile aus Gras und Bast) lassen sich beinahe alle Arbeitsschritte vom Brechen des Salzes mit Bronzepickeln bis zur Förderung erschließen.

Durch die Untersuchungen der letzten Jahrzehnte sind sowohl der bronzezeitliche als auch der ältereisenzeitliche (ca. 900-300 v.Chr.) Betrieb gut erforscht. Beide Bergbaue produzierten mehrere Jahrhunderte störungsfrei und erreichten dabei beachtliche Dimensionen.

 

Die erstklassigen Erhaltungsbedingungen im Bergwerk und die dadurch überlieferten Funde erlauben es gerade für den bronzezeitlichen Bergbau den Arbeitsablauf genau zu rekonstruieren. Dieser Ablauf ist dadurch gekennzeichnet, dass für viele Arbeitsschritte maßgeschneiderte Geräte entwickelt und eingesetzt wurden. Sowohl das Sammeln des gebrochenen Salzes als auch der Transport erfolgten mit Werkzeug, das nur aus Hallstatt bekannt ist. Vieles spricht dafür, dass wir bereits um 1500 v. Chr. eine streng organisierte, auf Jahrzehnte vorausplanende und arbeitsteilige Struktur in Hallstatt fassen können.

 

In deutlichem Gegensatz zu den reichen Funden und Befunden aus dem Hallstätter Hochtal steht die schüttere archäologische Landschaft der umgebenden Region. Dies ist insbesondere in anbetracht der Tatsache festzuhalten, dass ortsgebundene Produktionseinheiten im Allgemeinen die lokalen und regionalen Strukturen stark prägen.

Folgende Fragen drängen sich auf: Wie wurde die Versorgung der prähistorischen Salzbergbaue am Hallstätter Salzberg in entsprechender Qualität und Menge gewährleistet? Mit welchen Strukturen und Organisationsformen ist zu rechnen? Wie haben sich diese Strukturen in der Region um Hallstatt niedergeschlagen?

Zur Klärung dieser Fragen ist es einerseits notwendig den Versorgungsbedarf dieses Salzbergbaus abzuschätzen und andererseits die umgebende Region unter landschafts- und umweltarchäologischen Gesichtspunkten zu betrachten.

 

 

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