Vortrag: Das getäuschte Gehirn – vom Aberglauben bis zum Noceboeffekt

Wie unser Gehirn uns narrt: Warum wirksame Pillen rot und bitter, Lebensmittel laktosefrei und Weine möglichst teuer sein müssen. Und warum Beipackzettel lebensgefährlich sein können und geschwätzige Ärzte tödlich.

Um Glauben und Aberglauben, um Placebo und Nocebo, um das getäuschte Gehirn geht es im Vortrag von Dr. Magnus Heier am 20.08.2015 um 19 Uhr im LWL-Museum für Archäologie in Herne im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung “Aberglaube. Moderne Kunst trifft archäologische Funde”.

Die Erwartung macht krank: Wie den jungen Mann, der sich mit Placebotabletten fast das Leben nahm. Oder uns alle, die wir krank werden durch detaillierte Beipackzettel, geschwätzige Ärzte oder Diagnosen bei Google. Durch umfangreiche Checkups, Gentests und sensationslüsterne Journalisten. Sehr oft auch durch detaillierte Röntgenbilder der Wirbelsäule. Genau die sind eine der häufigsten Ursachen chronischer Rückenschmerzen!

Aber es geht auch umgekehrt: Die Erwartung macht gesund – durch teure Medikamente (unabhängig vom Wirkstoff), durch Scheinoperationen (nur mit einem Schnitt in die Haut), durch die Nähe des geliebten Partners bei Schmerzen. Der Effekt wirkt sogar bei Haustieren – über die veränderte Zuwendung ihrer menschlichen Halter.

Dr. Magnus Heier beschreibt den Nocebo-Effekt (und seinen Placebo-Zwilling) – erklärt, warum wirksame Pillen rot und bitter sein müssen, Lebensmittel laktosefrei und Weine möglichst teuer. Und zeigt, wie man ihn nutzt (Placebo) und wie man sich schützen kann (Nocebo). Ein Vortrag mit anschließender „Sprechstunde“.

Vortragender:
Dr. Magnus Heier ist Facharzt für Neurologie (Universitäten Tübingen, Essen und Edinburgh), Journalist (Hamburger Journalistenschule), und schreibt etwa für die „FAZ am Sonntag“, WELT und viele Regionalzeitungen. Außerdem ist er sonntags im Radio Berlin Brandenburg bei „Zwei auf Eins“ als medizinischer Fachmann  zugeschaltet. Text- und Tonbeispiele finden sich unter www.hirnwelten.de.

 

Der Eintritt ist frei.

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