Vortrag: Aberglaube im Alltag. Woher er kommt und weshalb er nicht geht

Vortragender: Prof. Dr. Karl-Heinz Göttert

Daumendrücken und auf Holz klopfen, Astrologisches und Alchemistisches, Wahrsagung und magische Bräuche – nichts davon ist neu, das weitaus meiste sogar uralt. Schon in der Antike wurde gesammelt und debattiert, mittelalterliche Prediger regten sich auf und bieten dabei Einblicke in zeitgemäßes Wissen und Praktiken, in der Neuzeit suchte man im „Alten“ das Bewährte, das vielleicht zu Unrecht Vergessene.

Und warum das alles, wo das meiste jeder Erfahrung spottet, mit der ständigen Erfolglosigkeit vorm Weitermachen wie bisher eigentlich bewahren müsste? Weil das Leben anstrengend  ist und die Wirklichkeit gerade mit zunehmendem Wissen immer undurchschaubarer wird. Der Aberglaube ist so gesehen die Waffe der Geplagten, der Trost der Mutlosen, das Aufbegehren gegen zu viel und immer neues Lernen.

Und überhaupt: Sollen wirklich 2000 Jahre Tradition irren oder umsonst gewesen sein? Wo doch feststeht, dass sich Wissen immer wieder als falsch erwiesen hat. Was soll schon an Daumendrücken schlimm sein? Wer will beweisen, dass es nicht hilft? Wenn da nicht die kleine Tatsache wäre, dass man mit den einfachen Lösungen auch schlechte Erfahrungen macht. Oder das Daumendrücken von Oma die Vorbereitung auf die Klausur dann doch nicht ganz ersetzen kann…

 

Der Eintritt ist frei.

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