Vortrag: Hallstatt. 7000 Jahre Salzgeschichte

Vortragender: HR Dr. Anton Kern, Naturhistorisches Museum Wien

 

Hallstatt ist (wahrscheinlich) das älteste Salzbergwerk der Welt. Schon im 5. Jahrtausend v. Chr. beginnt hier eine Salzgewinnung, die über die Jahrtausende intensiviert wird und bis in die Gegenwart andauert. Eine erste große Blütezeit erlebt Hallstatt in der mittleren und späten Bronzezeit, wo ein durchorganisierter Industriebetrieb über Jahrhunderte im großen Stil Salz fördert. Nach einer umfassenden Änderung zu Beginn der älteren Eisenzeit beginnt die 2. Blütezeit in Hallstatt, wobei hier nun neben den Spuren im Bergwerk auch als archäologische Quelle das Gräberfeld hinzukommt. In der Mitte des 19. Jhdt. durch J.G. Ramsauer entdeckt, lieferte der prähistorische Friedhof umfassendes Fundmaterial, sodass nach der Fundstelle der Abschnitt der Älteren Eisenzeit nach Hallstatt benannt wurde. Das außergewöhnliche Gräberfeld um fasst eine Belegungsdauer von über 400 Jahren und beherbergt neben den geläufigen Fundmaterialen dieser Zeit auch viele einzigartige Gegenstände, die nur in Hallstatt vorkommen. Insgesamt liegen bis jetzt ca. 1500 Bestattungen vor, vor allem die neueren Grabungen bringen weiter Erkenntnisse zum Leben und zur Arbeit der keltischen Bergleute. Das Gräberfeld bietet somit auch einen Einblick in eine vorgeschichtliche industrielle Gesellschaft, die sich von den bäuerlichen Strukturen ringsum deutlich abhebt.
HR Dr. Anton Kern ist Direktor der Prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen Museums (NHM) Wien und forscht seit vielen Jahren in und zu Hallstatt. Aktuell leitet er u. a. die Ausgrabung und Erforschung des Gräberfeldes von Hallstatt (zwischen 800 und 400 v. Chr.).
Der Vortrag bildet den Auftakt einer vom Verein der Freunde und Förderer des LWL-Museums für Archäologie e. V. ausgerichteten Reihe zu unserer kommenden Sonderausstellung “Das weiße Gold der Kelten”.

 

Der Eintritt ist frei.

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